Tagebuch bzw. Schreibbuch

Räume zum Schreiben öffnen

Der Schlüssel zur Öffnung des Unterrichts für die Individualität des einzelnen Schülers und der einzelnen Schülerin ist das Tage- bzw. Schreibbuch, das jeder erhält. Dabei handelt es sich um ein fest eingebundenes Buch mit leeren, linierten Seiten, die sich im Lauf der Zeit mit eigenen Texten füllen. In diesem Buch ist jede Art von Text erlaubt und erwünscht.

Der Begriff „Tagebuch" hat sich in vielen Grundschulen etabliert, obgleich kritisch gesagt werden muss, dass dieses Tagebuch – anders als es in einem privaten Tagebuch meist der Fall ist – nicht nur für die alltäglichen Erlebnisse und Gedanken, sondern auch für Fragen, Entdeckungen, Geschichten, Listen, Krimis, Aufrufe, Kommentare... - kurzum für alle schriftlichen Texte gedacht ist.
In der Sekundarstufe wird der Begriff „Schreibbuch" oder auch „Schreibtagebuch" bevorzugt verwendet. Einige Kolleginnen haben ihre Schüler gefragt, wie sie dieses Buch nennen wollen. „Tagebuch!", so wünschen es viele Kinder. Andere Klassen nennen es „Schatzbuch", „Ich-und-die-Welt-Buch" usw. Die Bezeichnung ist nicht so wichtig wie die mit dem Buch verbundene Offenheit für die Schüler und Schülerinnen und ihre Texte. Abstand nehmen sollte man von dem Begriff „Geschichtenbuch", denn damit protegiert man ungewollt eine bestimmte Textsorte.

Einladung zum Schreiben

Mit dem Schreiben im Tage- bzw. Schreibbuch (beide Begriffe werden hier synonym verwendet) kann man zu jeder Zeit in jeder Jahrgangsstufe einsteigen. Eine Einladung zum Schreiben (s. Materialdownload unten auf der Seite), eingeklebt in die erste Seite des Tagebuches, ermutigt Schülerinnen und Schüler, alles zu schreiben, was ihnen wichtig ist.
Kinder der Grundschule lassen sich in der Regel schnell und mühelos auf den neuen Schreibraum ein.
Für Schüler/-innen der höheren Jahrgänge, die teilweise durch negative Schreiberfahrungen geprägt sind, wird in diesem Einladungsschreiben deutlicher darauf hingewiesen, dass wirklich alles erlaubt ist. So benötigen sie auch manchmal etwas mehr Zeit als Jüngere, diesen Schreibraum für sich zu nutzen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass auch diese Schüler und Schülerinnen, wenn man ihnen einige Wochen Eingewöhnungszeit zugesteht und regelmäßig eine feste Schreibzeit anbietet, den Schreibraum zunehmend nutzen und für sich selbst als gewinnbringend erleben.
Ältere Schüler schreiben ihre Texte auch gerne mit dem Computer. Die Texte können dann später ausgedruckt und in das Tagebuch eingeklebtoder als eigenes Tagebuch zusammengebunden werden.

Einblicke in Tagebücher gewährt ein kurzer Ausschnitt aus dem Film "Klasse Texte!" (Tagebuch). Weitere Texte aus Tagebüchern finde Sie in der Kategorie Schülertexte/Tagebuchtexte

Perspektiven

Schon bald nach der Einführung des Tagebuches können Sie mit Autorenrunden starten. Schüler, die Mühe haben, Texte zu schreiben, werden hier von den Texten der anderen profitieren. Oft springen nicht nur Ideen über, sondern vor allem die Motivation und das Zutrauen, selber Texte zu schreiben und vorzutragen.
Es lohnt sich, regelmäßig Raum zum Schreiben, zum Vorstellen, Bedenken udn zur Weiterarbeit an Texten anzubeiten. Eine regelmäßige Schreibzeit bietet einen geeigneten Rahmen.

Schreiben im Tage- bzw. Schreibbuch - Anregungen, Beispieltexte, Begründungen in folgendem Handbuch:
Individuelle Lernwege im Schreiben und Rechtschreiben, Teil I für Klassen 1 und 2
Individuelle Lernwege im Schreiben und Rechtschreiben, Teil II A für Klassen 3 bis 6

Schreiben im Tage- bzw. Schreibbuch - Unterricht live im Film
Film "Klasse Texte!"
Film "Jedes Kind wertschätzen"

Material/Download

Individuelles Lernen

"Der Schlüssel für das so verstandene „individuelle Lernen“ ist das Schreiben im Tagebuch."

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