Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Deutsch als Zweitsprache (DaZ) - 4 Empfehlungen

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Vier Empfehlungen für das gemeinsame Lernen in der Klasse und in Deutschkursen (als Download)

1. Schreiben in einem persönlichen Schreibbuch - Sprache persönlich nutzen

Jede und jeder Deutschlernende erhält ein gebundenes Tagebuch bzw. Schreibbuch. In dieses Buch schreiben die Lernenden, was sie möchten! Das können am Anfang einzelne Wörter sein, es können die Wörter und ersten Sätze sein, die sich aus den gemeinsamen Sprachübungen (s. 2.) ergeben und – sobald die Lernenden dazu in der Lage sind – die eigenen Gedanken, Ideen, Geschichten, Erfahrungen, Meinungen und Eindrücke. Geschrieben werden darf alles, was für den Einzelnen wichtig ist. Fordern Sie die Lernenden mit einer Einladung im Tage- oder Schreibbuch zum Schreiben auf! Geben Sie regelmäßig Zeit zum Schreiben! Schon nach wenigen Wochen erkennen Sie und die Lernenden ihre persönlichen Fortschritte. In diesem Buch dürfen die Lernenden auch in ihrer Erstsprache schreiben!

Mit einem Buch wie diesem vermitteln Sie den Lernenden das Gefühl, sie als individuelle Persönlichkeiten mit ihren Lebensgeschichten und Sprachen willkommen zu heißen und wertzuschätzen. Neben allen Sprachübungen bietet das Tage- bzw. Schreibbuch etwas für die Seele - und schließlich auch für die Gruppe, wenn Texte aus diesen persönlichen Büchern einander vorgestellt werden. Dazu eignet sich die Autorenrunde. Das Schreiben wird flankiert durch Situationen des "Sprachbades" - durch Lieder, Spiele, Mitsprechversen, durch Vorlesen und Hören von Bilderbüchern usw.

2. Übungen und Spiele für Wortschatzaufbau und Satzbildung - Sprachformen üben

Für den systematischen Aufbau der Sprache gibt es zahlreiche Spiele und Übungen. Einige Lieder, Spiele und Raps können Sie hier downloaden.

Eine gute Zusammenstellung für alle Jahrgangsstufen enthält das Sprachfördermaterial Wortschatzaufbau - Lauttraining - Satzbildung. Für die drei genannten Bereiche enthält das Paket Übungen für den Einzelnen, für zwei Lernende (Kartensätze A bis M mit Übungen zur Satzbildung, s. Foto) und Spiele, Lieder, Raps für die Klasse oder Gruppe (Karteikarten für die Hand der Lehrperson), z.B. das Ich-Du-Er-Sie-Es-Spiel (im Download enthalten). Passendes Wort- und Satzmaterial wird in Form von Bild-Wort-Karten und Bild-Satz-Karten (Kopiervorlagen) mitgeliefert.

Sprachfördermaterial: Info, Bestellung


Für Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse, auch für Quereinsteiger, empfehle ich die gelben Arbeitshefte, in denen die Kinder in kleinen Schritten an das Schreiben und Lesen der deutschen Sprache herangeführt werden.

Arbeitsheft 1: Hören und Schreiben
Informationen, Bestellung


Arbeitsheft 2: Hören und Schreiben
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Arbeitsheft 3: Schreiben und Lesen
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Arbeitsheft 4: Schreiben - Fragen - Forschen

Informationen, Bestellung


Wer mit den gelben Arbeitsheften und vielleicht auch mit den Rechtschreibboxen arbeitet, genießt Vorteile: Das Bildmaterial des Sprachfördermaterials entspricht exakt dem Bildmaterial aus Arbeitsheften und Rechtschreibboxen! Eine Entlastung für alle Lernenden.

3. Nachdenkgespräche über Wörter - den Aufbau der Sprache verstehen lernen

Anhand eines geschriebenen Wortes werden die Lernenden aufgefordert, ihr aktuell vorhandenes Sprachwissen auszudrücken und in der Gruppe auszutauschen. Folgende Leitfragen (Download) können dabei helfen:

Was bedeutet das Wort?
Wie heißt es in meiner Erstsprache (oder Zweitsprache)
Was fällt mir auf?
Wie ist das Wort gebildet?

Welche verwandten Wörter kenne ich?
Wo finde ich das Wort im Nachschlagewerk?
Wie kann ich mir das Wort merken?

Das Nachdenken über die Strukturen der Sprache und Schrift hilft den Lernenden, Muster auszubilden, auf die sie bei der Sprachbildung zurückgreifen - intuitiv, aber auch zunehmend bewusster. Hier geht es zu weiteren Anregungen und Vorlagen für reflektierende Gespräche über die Schriftsprache.

4.) Schreibzeit

Richten Sie eine wöchentlich wiederkehrende Schreibzeit ein, in der die Lernenden schreiben (1.), über die Sprache der Texte nachdenken (1., 3.) und Übungen zur Sprachbildung (2.) machen. Übersichten dafür finden Sie hier. Modifizieren Sie diese so, dass Sie damit in Ihrer Gruppe gut arbeiten können. Bauen Sie die Elemente für die DaZ-Lernenden ein (s. 2., 3., 4.). Starten Sie jede Schreibzeit mit einem gemeinsamen Rap, Mitsprechvers etc. (s. 2.) und beenden Sie diese mit einem Nachdenkgespräch oder mit einem Spiel, indem sie ein Sprachphänomen thematisieren, das zu den aktuellen Problemen gehört. Als Spiel eignet sich ganz besonders das „Ich-Du-Er-Sie-Es-Spiel" – mit diesem Spiel können Sie die gesamte Satzgrammatik durcharbeiten. Auch Lernende mit Erstsprache Deutsch profitieren davon!

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Anregungen und Vorlagen (Ampel als Gesprächsleitfaden) für reflektierende Gespräche

Individuelle Lernwege

„Individuelle Lernwege... wurzeln in der Wertschätzung der individuellen Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes und in der Anerkennung seiner individuell ausgeprägten Lernvoraussetzungen, die sich mitunter aus dem Ersten ergeben." 

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