Jedes Kind wertschätzen!

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Wie individuelle Lernwege im Schreiben und Rechtschreiben Kinder stark machen

Ein Film über Unterricht an Grundschulen von und mit Beate Leßmann

Der professionell gemachte Film gibt Einblicke in einen individuell ausgerichteten Unterricht von der 1. bis zur 4. Klasse.

  • Individuelles Schreiben im Tagebuch
  • Schreibkonferenzen mit Autorenlesungen
  • Individuelles Rechtschreibtraining mit der Wörterklinik bzw. der Computer-Lernkartei und der Rechtschreibbox
  • Eigenständige Textkorrektur u.v.m.

Die DVD ist eine konkrete - aber für Variationen offene - Dokumentation eines lebendigen, zeitgemäßen Unterrichts, der sich an der Lebenswirklichkeit der Kinder orientiert und auf dem Fundament der aktuellen Unterrichtsforschung aufbaut.

Im Laufe ihrer Unterrichtsarbeit hat Beate Leßmann Ideen für einen kindorientierten Unterricht entwickelt, erprobt und ausgebaut. Vor einiger Zeit entstand die Idee, die Unterrichtspraxis in Form eines Films zu dokumentieren. Nach vielen Aufnahmen in allen vier Klassen der Grundschule hat Beate Leßmann gemeinsam mit Lothar Sack, einem erfahrenen und in Fachkreisen bestens bekannten Filmemacher, eine DVD zusammengestellt, die nun vorliegt.

Der Film zeigt für alle Klassenstufen die Umsetzung aller Aspekte des Konzepts von Beate Leßmann und vermittelt das Bild eines Unterrichts, dessen Kernpunkt die Erarbeitung individueller Schreibideen und die Wertschätzung jedes einzelnen Kindes ist: Anhand von ausgewählten Unterrichtsprozessen wird gezeigt, wie eigene Texte zur Grundlage von individuellen Schreib- und Rechtschreib-Lernprozessen werden.

Für alle Klassenstufen werden vielfältige Arbeitsformen, Methoden und Medien zu den einzelnen Kompetenzbereichen dargestellt. Dieser Unterricht setzt die im Lehrplan verankerten Ansprüche eines vernetzten Lernens auf dem Niveau der aktuellen Fachdidaktik wirkungsvoll um. Die einzelnen Szenen des Films demonstrieren einen kompetenzorientierten Deutschunterricht im Rahmen eines integrativen Unterrichtskonzepts. Der Film zeigt, wie im Deutschunterricht erfolgreich kind- und themenorientiert gearbeitet werden kann.

Inhalte des Films

Einzeln anwählbare Tracks

Film 1. Teil: Individuelle Lernwege am Ende von Klasse 4 - Track 1

Track 1: Einblicke in den Unterricht von Beate Leßmann

  • Einleitung
  • Eröffnung der offenen Lernphase (Doppelstunde)
  • Schreiben
  • Rechtschreiben
  • Gemeinsames Ende der offenen Lernphase
  • Schluss

Film 2. Teil: Individuelle Lernwege von Anfang an – Tracks 2 bis 6

Track 2: Unterricht in Klasse 1 (im August)
Track 3: Entwicklungen in Klasse 1 (im Dezember)
Track 4: Jahrgangsübergreifendes Lernen in Klasse 1/2
Track 5: Unterricht in einer Integrativen Regelklasse 2
Track 6: Unterricht in einer Klasse 3 mit 14 Nationen

Rezension: Ein Film, der zeigt, wie individuelle Lernwege in jeder Klasse möglich sind

„Der Film zeigt im ersten Teil den Zusammenschnitt einer 2-Stunden-Einheit in der vierten Klasse von Beate Leßmann im Bereich eines integrativen Deutschunterrichtes. Der Unterricht ist offen mit vielfältigen Arbeitsmaterialien und Unterrichtsformen. Er beginnt damit, dass Kinder einen Text aus ihrem „Schreibtagebuch“ vorlesen. Die übrigen Kinder geben Rückmeldung, neben positiven Rückmeldungen werden auch Überarbeitungsvorschläge gemacht. Zur weiteren Be- und Überarbeitung der Texte in der Freiarbeit können die Kinder z. B. eine Schreibkonferenz einberufen. Wer allein überarbeiten möchte,
kann das mit Hilfe eines Arbeitsbogens machen.

Schwierige Wörter, bei denen das Kind unsicher ist, werden zunächst im Wörterbuch nachgeschlagen und dann mit der „Wörterklinik“ am PC geübt. Das ist eine Übertragung des Karteiübens in ein Computerprogramm (das in den umfangreichen Rechtschreib-Übungsmaterialien von Beate Leßmann enthalten ist). Das Programm enthält auch einen Statistik-Teil, mit dem sich die Lehrperson einen Überblick über die von jedem Kind geübten Wörter verschaffen kann. In der letzten Phase der Einheit lesen die Kinder ihre überarbeiteten Texte im Kreis vor, bevor ein Blitzlicht den Schlusspunkt setzt.

Für das Üben von Rechtschreib-Phänomenen stehen Karteikästen bereit. Entspannungs- und Konzentrationsübungen sind im Unterricht integriert. Der Rechtschreibunterricht ist nicht wortschatzgebunden: Es wird mit den eigenen Wörtern der Kinder gearbeitet. Leistungsschwächere Kinder gibt es in Beate Leßmanns Klasse auch, aber: Sie werden angenommen und wertgeschätzt, indem ihnen Misserfolgserlebnisse erspart bleiben. Dadurch wird ein wichtiger Teil zum einen zur Persönlichkeitsentwicklung geleistet, zum anderen auch zur Rechtschreiberziehung, denn nur wer nicht aufhört zu schreiben, kann weitere Fortschritte machen.

Der Unterricht, der im Film von Beate Leßmann gezeigt wird, ist beeindruckend: sachgerecht auf dem neuen Stand der Wissenschaft, abwechslungsreich, gut strukturiert. Ihr gelingt es zu verwirklichen, was im Titel des Films „Kinder stark machen“ heißt. Die Lernatmosphäre ist entspannt, die Lernfreude der Kinder zweifelsohne hoch. Manche Lehrperson, die sich den Film ansieht, wird sich ihm gegenüber möglicherweise abwehrend verhalten mit Argumenten wie: „Das
kann man in Klasse 4 machen. Aber wie lege ich die Grundlagen?“ „Ich habe zu viele Kinder ausländischer Herkunft.“ „Wie soll das in jahrgangsgemischten Klassen realisiert werden?“ Und nicht zuletzt: „Ich muss die Rechtschreibung benoten.“ Ohne explizite Belehrungen werden im zweiten Teil des Films  Sequenzen aus Klassen mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen gezeigt: im ersten Schuljahr im August und Dezember (dieselbe Klasse), jahrgangsübergreifendes Lernen in Klasse 1/2, in einer Integrativen Regelklasse 2 und Unterricht in einer Klasse 3 mit 14 Nationen. Bleibt
noch die Frage nach der Benotung: Bei Beate Leßmann gibt es keine Diktate, sondern ein Kind kann bei Texten, die es für besonders gelungen
hält, um Benotung bitten.

Zusammenfassend stelle ich fest: Dieser Film ist hervorragend geeignet, diejenigen, die schon einen integrativen und offenen Schreib-Rechtschreibunterricht erteilen, zu bestärken und diejenigen, die einen erteilen möchten, aber nicht recht wissen wie, auf einen neuen Weg zu bringen. Deshalb empfehle ich den Einsatz in der Lehrerfortbildung, im Studium für das Lehramt an Grundschulen, in der zweiten Phase, in der Arbeit im Kollegium und jedem Lehrer und jeder Lehrerin zum Selbststudium.“

Sigrun Richter in der Zeitschrift „Grundschule“, 12/2007

Individuelle Lernwege

„Individuelle Lernwege... wurzeln in der Wertschätzung der individuellen Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes und in der Anerkennung seiner individuell ausgeprägten Lernvoraussetzungen, die sich mitunter aus dem Ersten ergeben." 

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