Advent - Zeit für sinnstiftende Erfahrungen

Vom Dunkeln ins Licht durch eine Tannenspirale schreiten

Der Raum ist ganz verdunkelt. In der Mitte brennt eine Kerze. Der Weg dorthin führt durch eine aus Tannenzweigen gelegte Spirale. Weihnachtliche – klassische – Musik ertönt im Hintergrund.

Mit einem Teelicht in der Hand geht jedes Kind still den Weg vom Dunklen ins Helle. In der Mitte verharrt es vor der leuchtenden Kerze, nimmt sich von dem Licht und trägt es vorsichtig zu seinem Platz im Stuhlkreis.
Die Kinder schreiben ihre Eindrücke auf und gestalten später daraus ein persönliches Kunstwerk.
Alle genießen die Stille und die Besinnung auf das helle, warme Licht.
Es ist beglückend, sich auf die ursprüngliche Botschaft der Adventszeit einzulassen: Licht kommt in die Dunkelheit.

Die Idee...,

durch eine aus Tannen gelegte Spirale zum Licht zu schreiten, stammt aus der Waldorfpädagogik. Diese schöne Anregung kann man in alle Schuljahre transportieren. Auf sinnliche Weise wird die tiefgreifende Symbolik von Dunkelheit und Licht erfahrbar.

Für den Religionsunterricht lässt sich die Anregung modifizieren, indem man die Kerze mit einer Botschaft versieht:
Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir!
In diesen Worten erfahren die Kinder jenen Zuspruch, der sich durch die Erzählungen des Alten und Neuen Testaments zieht.

Aus der Dunkelheit zum Licht

Im Vorwege kann man Erfahrungen mit Dunkelheit initiieren und beschreiben lassen. Thematisiert werden ebenso Erfahrungen von Menschen, die im Dunkeln arbeiten - auch die Situation der Hirten vor rund 2000 Jahren in dem von Römern besetzten Palästina. Die lichtvolle, weihnachtliche Botschaft "Fürchte dich nicht!", die den Hirten galt, wird hier zum Bezugspunkt für die eigene lichtvoll-adventliche Erfahrung beim Durchschreiten der Spirale. Das Lied "Da war im Dunkeln ein helles Funkeln" (L. Edelkötter) fasst diese Erfahrung in Melodie und Text zusammen.

Vom Schreiten zum Gestalten

Ihre Eindrücke schreiben die Kinder mit Bleistift in eine Spirale auf einem quadratischen Blatt (Download s.u.). Später kolorieren sie ihren Text mit wasserlöslichen Bunt- bzw. Wachsstiften und gestalten daraus mit Pinsel und (wenig) Wasser ein Aquarell. So entstehen kleine Kunstwerke, die sich – auf schwarzem Hintergrund in einem einfachen Rahmen gefasst – auch als ganz persönliche Weihnachtsgeschenke eignen.

Für mich...

...gehört diese stille und sinnstiftende Erfahrung mit der ganzen Klasse - jenseits aller Geschäftigkeit im Advent - zu den beglückendsten Ritualen meines Unterrichts.

 

Wenn man das Licht bei sich hat, hat man keine Angst.
Wenn man ein Licht trägt, ist man fröhlich.
Das hält man immer in seinem Herzen.

 

 

Es kam mir so vor, als würde der Engel zu mir sprechen:
Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir!
Ich kam vom Dunkeln zum Licht.
Ich nahm mein kleines Licht mit in die Dunkelheit.
Es leuchtet wie ein Feuer,
um dem sich Hirten immer versammeln.
Musik ertönte leise.
Weihnachten.
Engelsgesang.
Iris, 4a

 

Einen Artikel zu dieser besonderen Erfahrung finden Sie in der Zeitschrift Deutsch Differenziert.

Rechtschreibung

"Nichts gibt besser Auskunft über die Entwicklungen im rechtschriftlichen Bereich als die eigenen Texte."

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