Aus dem Vorwort

Das vorliegende Buch...

...ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Schreiben von individuell bedeutsamen Texten in allen Jahrgängen. Wer erfahren hat, wie ernsthaft, ehrlich und voller Hingabe Schülerinnen und Schüler sich beim Schreiben mit ihrem Leben und der sie umgebenden Wirklichkeit auseinandersetzen und wie intensiv sie sich in der Gruppe – etwa in der Autorenrunde – mit den Texten der anderen befassen, der weiß, wie energievoll und beglückend diese Momente des Unterrichts für alle Beteiligten sind.

Für die Entwicklung von Schreibkompetenz...

... öffnen sich zugleich neue Perspektiven. Es sind Wege, die konsequent von den Texten der Schüler und Schülerinnen und ihrem jeweiligen Können ausgehen. Sie führen schließlich zu einer Umkehrung der traditionellen Aufsatzerziehung, die der Norm verpflichtet war. Dass auf diesen neuen Wegen sehr wohl profundes Lernen stattfindet - bei dem die Ansprüche der Bildungsstandards vollends erfüllt werden -, zeigen die Ausführungen und Abbildungen in diesem Buch (Teil A).

Individuelle Lernwege...

...wurzeln in der Wertschätzung der persönlichen Lebensgeschichte und der fachlichen Voraussetzungen des Einzelnen. Phasen des individualisierten Lernens sind eingebunden in den Kontext des gemeinsamen Lernens in der Klasse: Das Nachdenken über Texte in Autorenrunden, die gemeinsame Überarbeitung von Texten oder Reflexionsgespräche über die Rechtschreibung sind auf die Gruppe angewiesen. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Inhalten und der Sprache der für die Einzelnen so bedeutsamen Texte intensiviert die vertrauensvolle Atmosphäre, die wertschätzende Haltung und die faire Kommunikation innerhalb der Klasse.

Das Erscheinen des zweiten Bandes...

... hat länger gedauert als erwartet. In diese Zeit fiel die Entwicklung neuer Ideen, insbesondere die des Modells der Text-Hand. Das war nicht vorhersehbar – die Ideen entwickeln sich aus dem Unterricht und der Arbeit mit den Kindern. Das Modell wurde erprobt und evaluiert, sodass nun bewährte Anregungen vorliegen. Die Arbeit mit der Text-Hand hat vieles ausgelöst, so etwa die Entwicklung von Alternativen für die Leistungsbewertung.

Für die Sekundarstufe I ...

... wurden in dieser Zeit eigene Rechtschreibboxen entwickelt. Sie verstärken den Transfer der vorgestellten Ideen in den Unterricht ab Klasse 5 (Band II B). Das Schreibbuch und die Arbeit an den eigenen Texten mit der Text-Hand finden zunehmend Eingang in den Deutschunterricht der Sekundarstufe. Die hier vorgestellten individuellen Lernwege entsprechen den aktuellen Forderungen der Schulreformen der verschiedenen Bundesländer: Individualisierung und Inklusion. Die Ausweitung des Konzepts in die Sekundarstufe führte schließlich dazu, dieses Buch für die Klassen 3 bis 6 zu verfassen. Sämtliche Ideen sind auch auf höhere Jahrgänge übertragbar.

Der Film „Klasse Texte!"...

...entstand in der Endphase des Buches, und zwar in Klassen, die mit den Bausteinen arbeiten, die hier vorgestellt werden. Der Film gibt Einblick in den Unterricht im 4. und im 6. Schuljahr, außerdem enthält er einen Informationsteil für die schulinterne Fortbildung. Der Fokus liegt im Bereich Schreiben, v.a. für die Sekundarstufe werden zusätzlich Einblicke in das Rechtschreibtraining gegeben. Mein erster Film „Jedes Kind wertschätzen!" ist weiterhin jenen zu empfehlen, die sich für die Grundschule schwerpunktmäßig einen Einblick in den Bereich Rechtschreiben verschaffen möchten. In beiden Filmen wird die Integration beider Bereiche deutlich.

Buchteile I, II A und II B...

... können unabhängig voneinander gelesen werden.

Nehmen Sie die verschiedenen Bände dieser Veröffentlichung als Handbuch. Wählen Sie aus den Bausteinen jene aus, die Ihre eigenes oder das schulinterne Konzept von Unterricht voranbringen.

Lassen Sie sich inspirieren zu Schritten, die Glück, Muße und Zufriedenheit für Kinder und Lehrkräfte mitten im Unterrichtsalltag versprechen. Freude und Erfolg bei der Umsetzung wünscht Ihnen

Beate Leßmann

Tagebuch bzw. Schreibbuch

"Der Schlüssel für das so verstandene „individuelle Lernen“ ist das Schreiben im Tagebuch. Es lässt jedem einzelnen Kind die Freiheit, so viel von sich selbst schreibend und gestaltend zu äußern, wie es möchte."

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