Es ist soweit, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mein neues Buch ist da!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zur Bestellung.

Autorenrunden. Kinder entwickeln literale Kompetenzen.
Eine interdisziplinäre, theoriebildende Studie zu Gesprächen über eigene Texte in der Grundschule. Waxmann-Verlag.

Was steckt in dem Buch?

Ausgangspunkt des Buches ist genau die Unterrichtspraxis, die auf meiner Homepage in Kurzform skizziert wird: Schreiben individuell bedeutsamer Texte in Schreibzeiten und Gespräche über diese Texte in Autorenrunden. Das Buch ist einerseits wie eine Rückschau, bei der durch vier ganz unterschiedliche Perspektiven bzw. Disziplinen auf die oftmals so beeindruckenden Erfahrungen der Praxis geschaut wird. Dadurch entsteht eine Theorie von Autorenrunden, die über den Tellerrand der Sprachdidaktik hinausschaut. Aus der Perspektive der Kindheitsforschung erhalten die Stimmen der Kinder eine elementare Bedeutung. Aus hermeneutischer Perspektive wird gefragt, wie sich in den Gesprächen überhaupt Erkennen und Verstehen vollzieht. Und aus soziokultureller Perspektive wird die soziale Dimension des gemeinsamen literalen Handelns hervorgehoben. Die Analyse von Beispielen aus der Unterrichtspraxis zeigt, wie viele fachliche und überfachliche Potenziale in Autorenrunden stecken. Damit beinhaltet das Buch zugleich den Blick nach vorne. Es beinhaltet Anregungen, um die Gespräche über Texte in die Tiefe zu führen. Es stellt aber auch ein Modell bereit, das – über Autorenrunden hinaus – zur Evaluation und Modifikation des eigenen Unterrichts anregt und deshalb auch für die Aus- und Fortbildung nützlich ist.

Wie es zu diesem Buch kam?

Seit vielen Jahren erlebe ich, wie beglückend es ist, wenn Kinder in einem persönlichen Tage- bzw. Schreibbuch ihre eigenen Texte schreiben dürfen und genau diese Texte zur Grundlage der persönlichen wie fachlichen Gespräche in Autorenrunden werden. Nicht nur die Qualität der Texte profitiert davon, sondern auch das Selbstbild der Kinder und die Gemeinschaft der Klasse. Regelmäßig erhalte ich genau diese Rückmeldungen von Kollegen und Kolleginnen. In der sprachdidaktischen Forschung werden Bereiche wie Freies Schreiben oder Gespräche über eigene Texte vernachlässigt. Damit die beeindruckenden Erfahrungen nicht an den Türen der Klassenzimmer hängen bleiben, sondern ihren Weg in die Forschung finden, habe ich vor einigen Jahren beschlossen, meine Erfahrungen – so ganz nebenbei … – im Rahmen einer Dissertation theoretisch zu erschließen. Das Ergebnis liegt nun in Buchform vor.

Ich danke an dieser Stelle allen, die mich mit ihren Rückmeldungen auf diesem Weg unterstützt und ermutigt haben und hoffe, dass dadurch noch mehr Kinder und Lehrkräfte in den Genuss von Schreibzeiten und Autorenrunden kommen.

Info Cover/Klappentext, Einblicke ins Buch (Google Vorschau), Inhaltsverzeichnis, Bestellung - ein Buch auch für die Instituts- oder die Lehrerbücherei :-)

Pädagogische und didaktische Konzepte zum sinnvollen Lernen in der Grundschule werden heute im Zuge zahlreicher Umorientierungen in der Gesellschaft und der Öffentlichkeit in Frage gestellt. Die Urteile über die Grundschule betreffen vor allem den Sprach- und Schreibunterricht. Die Kritik am Unterricht zum Schrifterwerb, die Klage über mangelnde motorische Schreibfähigkeiten, die Aburteilung eines Rechtschreibunterricht, der an Spracherfahrungen orientiert ist und überhaupt ein Schreibunterricht, der auf geöffnete Formate setzt, wird getragen von fragwürdigen Vorstellungen über Kindheit und Lernen. Vorherrschend sind Forderungen nach mehr Regeln und Grenzen für Kinder, nach mehr lehrgangsartigem Lernen, nach gezielter Leistungsorientierung und nach Vergleichbarkeit von Lernergebnissen. Der Ruf nach mehr Führung, nach Kleinschrittigkeit und Geschlossenheit in Bildung und Lernen übertönt die sozialen Differenzierungsprozesse der Kindheit, die kulturellen Unterschiede und das weite Spektrum von Kinderschicksalen, wie sie sich in der Grundschule in jeder Klasse finden.

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