Anfangsunterricht

Einstieg in die Arbeit mit der Rechtschreibbox

Mit den Karten aus der Rechtschreibbox steht ein Übungsmaterial zur Verfügung, mit dem jedem Kind auf seinem jeweiligen Niveau Unterstützung erhält. Durch die Übungen wird es mit basalen Strukturen der Schriftsprache vertraut gemacht. Die Arbeit an den Karten ergänzt und vertieft das Nachdenken, das beim selbstständigen oder gemeinsamen Schreiben im Tagebuch innerhalb der Klasse oder mit einem Partner auf der Suche nach den passenden Lauten, Silben oder Wortbausteinen entsteht. Die Kompetenzen, die hier ausgebildet werden, nämlich Rechtschreibkönnen und -wissen, fließen wiederum in die gemeinsamen Rechtschreibgespräche mit der Klasse ein.

Die Karten aus der Rechtschreibbox werden Kindern einzeln zugewiesen. Wer beim Schreiben immer wieder die Vokale auslässt, bekommt Karten zum Hören der Vokale. Wer "o" und "u" verwechselt, erhält eine Karte zu dem Laut, der gemeint war. Wer "glesen" schreibt, erhält eine Karte zum Wortbaustein "ge".

Sobald die Kinder im Finden der passenden Buchstaben ein wenig Routine haben, können die Karten eingesetzt werden. Das ist bei einigen Kindern schon nach kurzer Zeit der Fall, andere benötigen etwas mehr Zeit, sich das Schriftprinzip (Zuordnung von Lauten und Buchstaben) zu eigen zu machen. Wenn Sie einen Text aus einem Tagebuch begutachten, dann stellen Sie sich die folgenden beiden Fragen:

Was kann das Kind? Wo benötigt es Unterstützung?

Überlegen Sie für die verschiedenen Kindertexte in diesem Bereich der Homepage, was der Schreiber oder die Schreiberin bereits kann und welche Übung Sie ihr oder ihm geben würden. Manchmal wären auch verschiedene Übungen denkbar.

Die korrekte Schreibweise wird für den ganzen Text oder für einzelne Wörter unter den Text des Kindes geschrieben. Daran kann das Kind seine eigenen Entdeckungen machen. Spätestens dann, wenn die Texte länger werden, notiert man lediglich die einzelnen Wörter (s. Rechtschreibbox), die dann auch in dem Wörterschatzkästchen bzw. später in der Wörterklinik geübt werden.

In den ersten Monaten wird es oft vorkommen, dass Sie eine Übung mehrfach bräuchten. Ordnen Sie diese Übung zwei Kindern zu ("5/2 mit Mia"). Eine Übung zu zweit zu bearbeiten, hat den Vorteil, dass die Kinder sich über ihre Strategien austauschen und sie verbalisieren.

Im 1. Schuljahr ist es am einfachsten, die passende Übung in das Tagebuch des Kindes zu legen. Ab dem 2. Schuljahr beginnen die Kinder, selbstständig die Übungen aus der Box zu nehmen. Ein "Boxmanager" hat die Aufgabe, die zurückgelegten Karten wieder an der richtigen Stelle einzuordnen.

 

 

Ausführliche Beschreibungen, Informationen, Erfahrungen, Hinweise in dem Buch:
Individuelle Lernwege im Schreiben und Rechtschreiben, Band I: Klassen 1 und 2: 63 bis 82

Individuelle Lernwege

„Individuelle Lernwege... wurzeln in der Wertschätzung der individuellen Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes und in der Anerkennung seiner individuell ausgeprägten Lernvoraussetzungen, die sich mitunter aus dem Ersten ergeben." 

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