LESERBRIEF zum SPIEGEL-Artikel: Die neue Schlechtschreibung (25/2013)

Beate Leßmann

Statt "Schlechtschreibung": Schreiben und Rechtschreiben - von Anfang an!

Wir brauchen starke Persönlichkeiten – Menschen, die sich engagieren, ihre Meinung artikulieren und Verantwortung übernehmen. Eine solide Basis dafür entsteht, wenn Kinder von Anfang an ernst genommen werden: Wenn sie schreiben dürfen, was für ihr Leben von Bedeutung ist. Nicht „Ma malt Mu“ ab-schreiben, womöglich noch im Gleichschritt.

Bei dem so verpönten „Spracherfahrungsansatz“ geht es um „echtes Schreiben“ - das mit dem Leben zu tun. Wie viel Lebensmut und –stärke Kinder über dieses Schreiben gewinnen, habe ich als Grundschullehrerin oft erlebt – gerade mit Kindern, die mit „Ma“ und „Mu“ untergegangen sind und nicht mehr an sich glaubten. Das Schreiben von eigenen Texten steht für einen Unterricht, in dem das Kind zählt und wertgeschätzt wird.

Rechtschreiben gehört von Anfang an dazu. Wer in aktuelle Konzepte und Materialien schaut, wird nicht übersehen können, dass Rechtschreibkompetenzen – auch und gerade im Kontext der eigenen Texte – von Anfang an ausgebildet werden.

Jürgen Reichen hat der Rechtschreibung in seinen Werken wenig Aufmerksamkeit gewidmet, das hat die Fachdidaktik längst ausgeglichen. Die Idee, mit Hilfe einer Anlauttabelle lesen und schreiben zu lernen, sollte bei aller Kritik gebührend gewürdigt werden.

Links zu aktuellen Artikeln (z.B. von Hans Brügelmann, Klarstellung des Grundschulverbandes) auf meiner Facebookseite

signatur

Infobogen: Schreiben lernen mit einer Anlauttabelle - Ursache für schlechte Rechtschreibleistungen? (PDF 1,3 MB)

Infobogen als A4-Faltblatt (1 A4-Seite, Vorder- und Rückseite bedruckt) (PDF 179 KB)

Individuelle Lernwege

„Individuelle Lernwege... wurzeln in der Wertschätzung der individuellen Lebens- und Erfahrungswelt des Kindes und in der Anerkennung seiner individuell ausgeprägten Lernvoraussetzungen, die sich mitunter aus dem Ersten ergeben." 

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